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E-Assessment als Herausforderung – Handlungsempfehlungen für die Hochschulpolitik

Der Einfluss der Digitalisierung auf die Hochschullehre nimmt zu; dort kommen zunehmend auch Formen des digitalen Prüfens zum Einsatz. Damit sind auch einige politische Herausforderungen verbunden. Basierend auf der im Rahmen des Hochschulforums Digitalisierung im März veröffentlichten Studie „Digitales Prüfen und Bewerten“ hat die vom CHE Centrum für Hochschulentwicklung koordinierte Themengruppe „Innovationen in Lern- und Prüfungsszenarien “ nun nach ihren Vorschlägen für Hochschulen auch fünf Handlungsempfehlungen für die Hochschulpolitik entwickelt. Sie sind im Detail hier abrufbar und lauten in aller Kürze:

  1. HOCHSCHULEN ZUR STRATEGISCHEN PLANUNG VON E-ASSESSMENTS ANREGEN

Die strategische Planung von E-Assessments an den Hochschulen muss in übergreifende Digitalisierungs- und E-Learning-Strategien eingebettet sein. Dieser Aspekt sollte inklusive der für die entsprechende Umsetzung notwendigen finanziellen Unterstützung auch bei der Gestaltung der Ziel- und Leistungsvereinbarungen zwischen Hochschulen und Wissenschaftsministerien berücksichtigt werden.

  1. E-ASSESSEMENT-KOMPETENZEN DER LEHRENDEN FÖRDERN

Lehrende müssen ihre Prüfungskompetenzen mit Blick auf E-Assessment-Didaktik und den Umgang mit der technischen Infrastruktur erweitern. Die Hochschulpolitik sollte den Kompetenzaufbau von Lehrenden im E-Assessment-Bereich durch die Förderung landes- und bundesweiter Projekte, Plattformen und Weiterbildungsangebote zum digitalen Bewerten und Prüfen unterstützen.

  1. HOCHSCHULEN VONEINANDER LERNEN LASSEN

Die Hochschulpolitik den hochschulübergreifenden Wissens- und Ideenaustausch fördern und die Bereitstellung von Leitfäden, Handlungsanweisungen und hochschulübergreifenden Beratungsangeboten unterstützen. Ein Kompetenzzentrum oder ein Netzwerk für E-Assessments wäre insbesondere für kleinere und mittelgroße Hochschulen förderlich, die die nötigen Ressourcen und Informationen selbst kaum vorhalten oder beschaffen können.

  1. ANREIZE UND STRUKTUREN ZUR ARBEITS- UND RESSOURCENTEILUNG ZWISCHEN HOCHSCHULEN SCHAFFEN

Angesichts des mit der Einführung von E-Assessments für Hochschulen verbundenen Aufwands sollten die Rahmenbedingungen für hochschulübergreifende Kooperationen verbessert und entsprechende Anreize für Hochschulen und Lehrende geschaffen werden, etwa durch die Förderung von gemeinsamen Servicestellen, hochschulübergreifenden E-Assessment-Projekten oder flankierende Rechtsberatung und -prüfung.

  1. MAßNAHMEN ZUR QUALITÄTSENTWICKLUNG UND -SICHERUNG UNTERSTÜTZEN

E-Assessment-Initiativen der Länder sollten prototypische Rahmenmodelle entwickeln, die dann von einzelnen Hochschulen an die jeweiligen Bedingungen vor Ort angepasst werden können. Die Hochschulpolitik sollte zugleich auf die Entwicklung geeigneter Zertifizierungsverfahren für E-Assessment-Dienstleistungen hinwirken und verbindliche Standards für Aspekte wie die Datensicherheit und Datensouveränität definieren.



Autor

Ralph Müller-Eiselt Senior Expert Projektleitung „Teilhabe in einer digitalisierten Welt“ Telefon: +49 5241 / 8 18 14 56 Profil

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